Die 5 größten Herausforderungen der Future of Work und wie Unternehmen sie jetzt lösen können

Die Bundesnotbremse ist seit einigen Monaten Vergangenheit – aber die Angestellten kehren nur mit Vorsicht ins Büro zurück. Auch unsere Kund:innen berichten: Nach 1,5 Jahren Pandemie herrscht immer noch Unsicherheit – eine vollständige Rückkehr ins Büro ist unrealistisch. Stattdessen sehen sich Unternehmen mit einer neuen Realität konfrontiert: Arbeitnehmer:innen haben neue Ansprüche und viele technologische Aspekte der Remote Work bleiben erhalten. Diese “Future of Work” bringt zahlreiche neue Fragen und Herausforderungen für Unternehmen mit sich:

  • Wie werden wir arbeiten?
  • Welche ‘New Ways of Working’ wird es geben? 
  • Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus? 

 

Wie hat sich die Arbeit durch Corona verändert?

Wir haben recherchiert – und die Zahlen zeigen eines ganz deutlich: Die Art, wie wir arbeiten, hat sich durch die Corona-Pandemie verändert. Wir sind in der “Future of Work” angekommen. Aber wie genau sehen diese “New Ways of Working” aus – und kannst Du Deine Mitarbeiter:innen darauf vorbereiten? 

Hier gibt es die Antworten auf Deine Fragen. Wir zeigen Dir, worauf Du bei diesen Herausforderungen achten solltest und wie Du Dein Team auf die neue Realität einstellst – die zentralen Probleme und Lösungen auf einen Blick.

Future of Work – So arbeiten die Deutschen nach Corona

Erst kürzlich durchgeführte Umfragen von Deloitte und der Boston Consulting Group haben ergeben: Angestellte von heute erwarten in Zukunft flexibleres Arbeiten, mit mehr Homeoffice – und sehen das Büro trotzdem weiterhin als Dreh- und Angelpunkt der Arbeit, wenn auch nicht mehr fünf Tage pro Woche. In einem Interview mit CNN definierte Microsoft-CEO Satya Nadella dies kürzlich als sogenanntes “Hybrid Paradox”: ganze 70% der Angestellten möchten gerne im Büro mit ihren Kollegen sein – aber ebenfalls 70% wünschen sich die Flexibilität, auch von zuhause aus arbeiten zu können. Das scheint zunächst ein Widerspruch zu sein, aber zeigt eines ganz deutlich: Die Arbeit der Zukunft muss die Vorteile von Homeoffice und Büro vereinen können.

Das bedeutet, Arbeitnehmer:innen brauchen einerseits die Flexibilität, das familiäre Umfeld und die Effizienz von der Arbeit zuhause, aber wollen andererseits den sozialen, kollegialen und kooperativen Charakter der Arbeit im Büro auch nicht missen.

Der Schlüssel für Unternehmen ist in Zukunft, bestehende Technologien, Prozesse und Strukturen an diese neue Flexibilität anzupassen oder zu überdenken. Denn wer diese Entwicklung nicht mitmacht, wird schnell abgehängt: Laut Satya Nadella denken 40% der Arbeitnehmer:innen weltweit darüber nach, dieses Jahr den Arbeitsplatz zu wechseln. Um Mitarbeiter:innen auch künftig zu halten und glücklich zu machen, sollten Unternehmen für die folgenden fünf Herausforderungen also gewappnet sein.

Future of Work

Welche Herausforderungen bringt die “Future of Work”?

Herausforderung 1: Technische Hürden

Die Situation: 64% der befragten Arbeitnehmer:innen sehen neue Technologien als den wichtigsten Faktor der Arbeitsplatz der Zukunft. Durch Lockdown und Homeoffice mussten viele Unternehmen kurzfristig auf digitale Tools umsteigen. Gerade Video-Konferenzen haben einen großen Aufschwung erfahren. Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen: Unternehmen müssen technische Hürden innerhalb kurzer Zeit überwinden, um flexibles und  effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

Das Problem: Viele Unternehmen sind nicht willig, große Änderungen einzugehen und halten an alten Strukturen, Prozessen und Tools fest. Gleichzeitig sind einige Mitarbeiter:innen von schnellen Änderungen häufig überfordert. Damit entsteht Frustration bei Arbeitnehmer:innen, die sich an die neue digitale Arbeitsweise gewöhnt haben – und gleichzeitig steigt die Gefahr für das Unternehmen, von Konkurrenten in diesem Bereich überholt und abgehängt zu werden. 

Die Lösung: Der Schlüssel für diese Herausforderung liegt in einem grundsätzlichen Umdenken. Die neue Arbeitsrealität erfordert ein neues Konzept für Prozesse und Arbeitsabläufe im Unternehmen. Etwa der Schritt zum papierlosen Büro – was Geld und Ressourcen spart. Die Prognose von TechCrunch ist sogar ein Schritt zum “Bring your own environment”: Mitarbeiter:innen können und müssen von überall aus arbeiten können – mit ihren eigenen Geräten. Für Skeptiker:innen: Neue Tools und Software können “on demand” abonniert werden und müssen nicht für viel Geld einmalig gekauft werden – so können Unternehmen zunächst testen und bleiben flexibel – ohne sich langfristig an ein Produkt binden zu müssen.

Herausforderung 2: Der mobile Arbeitsplatz

Die Situation: Laut einer Umfrage von Deloitte schätzen 83% der Arbeitnehmer:innen die zusätzliche Flexibilität, die ihnen das Arbeiten im  Homeoffice ermöglicht. Während viele Unternehmen Office-Präsenz wieder verstärkt anregen, kehrt die 5-Tage-Woche im Büro wohl in ihrer alten Form nicht mehr zurück. 

Das Problem: Viele Arbeitgeber:innen wünschen sich die alten Arbeitsstrukturen mit vollständiger Anwesenheit im Büro zurück – aber die Work-Life-Balance für Mitarbeiter:innen hat sich langfristig verschoben. Das Argument “im Homeoffice können wir nicht arbeiten” hat sich im Corona-Lockdown vielerorts als unwahr herausgestellt. Das Vorurteil, Mitarbeiter:innen im Homeoffice seien weniger leistungsfähig, ist damit Vergangenheit: Arbeitgeber:innen haben gemerkt, dass ihre Mitarbeiter:innen im Homeoffice ebenso produktiv sind – wenn nicht sogar produktiver als im Büro.  

Die Lösung: Auch wenn die Mitarbeiter:innen nicht mehr 5 Tage die Woche im Büro arbeiten, hat das Homeoffice seine eigenen Vorteile: etwa die Zeitersparnis durch die fehlende Anfahrt zum Arbeitsplatz. Statt Frustration über den vermeintlichen Arbeitsverlust im Homeoffice sollten Unternehmen also lieber proaktiv den neuen „mobilen Arbeitsplatz“ gestalten – und die neuen Chancen des mobilen Arbeitens für Mitarbeiter:innen und Unternehmen nutzen.

Herausforderung 3: Zusammenhalt im Team

Situation: Die Umfrage von BCG hat gezeigt: 47% der Befragten sehen mehr Teamarbeit als den wichtigsten Faktor der Arbeitsplatz der Zukunft. Die Unternehmenskultur und der Zusammenhalt im Team sind für viele Bewerber:innen der wichtigste Faktor in der Wahl eines neuen Arbeitgebers. Genau dieses soziale Aspekt des Büros ist ohne Präsenz im Büro jedoch schwierig und für viele Arbeitnehmer:innen eine Herausforderung am mobilen Arbeiten. 

Problem: Bei weniger direkter Kontaktzeit vor Ort werden spontane Gespräche und der Austausch im Team schwieriger. Gerade für neue Mitarbeiter:innen fällt der Einstieg in die Team-Dynamik und das Kennenlernen der Kollegen schwer. Für Arbeitgeber sind die Prozesse und der Überblick über die Arbeit im Team weniger transparent – es entstehen Unklarheiten und Missverständnisse. 

Lösung: Die sozialen Situationen, die im digitalen Arbeiten wegfallen, sollten aktiv nachgeholt werden. Für Arbeitgeber:innen heißt das: Lieber zuviel als zu wenig kommunizieren! Vorgesetzte sollten mehr Einzelgespräche mit Mitarbeiter:innen einplanen, um Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Reguläre Meeting-Strukturen helfen dabei, Projekte und Fortschritt direkt und detailliert zu tracken – hierfür gibt es auch zahlreiche Orga- und Zeitmanagement-Tools. All das ist zwar ein organisatorischer Mehraufwand, aber macht einen erheblichen Unterschied für die Produktivität im Team und die Unternehmenskultur.

Herausforderung 4: Intensive Diskussionen 

Situation: Trotz aller digitaler Tools für produktive Zusammenarbeit ersetzt ein Zoom-Call keine intensive Diskussion vor Ort im gleichen Raum – und nach monatelangen Video-Konferenzen hat sich die Erwartungshaltung der Mitarbeiter:innen an (digitale) Meetings verändert. Gerade der sehr interaktive, partizipative Charakter von Plattformen wie Zoom ist in vielen Meetings vor Ort nicht unbedingt gegeben.

Problem: Gerade in Video-Konferenzen entsteht oft ein Ungleichgewicht, wenn alle im Büro anwesenden Mitarbeiter:innen sich eine Kamera teilen oder Ton und Video für die digital zugeschalteten Teilnehmer:innen nicht funktionieren. Unter all dem leiden Informationsaustausch und Diskussionskultur und Mitarbeiter:innen fühlen sich übergangen, überhört oder nicht ernstgenommen.

Lösung: Unternehmen müssen neue Wege für effektive, zielführende Kommunikation finden. Eine vollständige Rückkehr aller Mitarbeiter:innen ins Büro ist unrealistisch – daher setzen viele Unternehmen auf “digital first”: Auch vor Ort im Meeting-Raum haben alle Mitarbeiter:innen ihren Laptop geöffnet, jeder Teilnehmer (im Büro oder Homeoffice) ist im Videoanruf zugeschaltet. So wird die Gleichberechtigung und das Aufeinandertreffen auf Augenhöhe wiederhergestellt, an die sich Mitarbeiter:innen im Corona-Lockdown bereits gewöhnt hatten. 

Herausforderung 5: Mitarbeiter:innenvorteile

Situation: Für viele Unternehmen war das Büro lange Zeit der Dreh- und Angelpunkt im Arbeitsalltag aller Mitarbeiter:innen. Entsprechend beziehen sich viele Mitarbeiter:innenvorteile auf das Büro, den Weg zum/vom Büro und die Optimierung der Zeit im Büro. Mit einem flexiblen Modell und mehr Homeoffice stehen auch hier Veränderungen an: Denn mit einer neuen Arbeitsrealität für Mitarbeiter:innen sollten auch die Vorteile angepasst werden. 

Problem: Mitarbeiter:innenvorteile sind im Homeoffice oft schwierig anzuwenden und der Arbeitsplatz zu Hause ist bei vielen Benefits nicht optimal. Zudem entsteht eine Ungleichheit bei office-zentrischen Benefits – denn sie können ungleich beansprucht werden. Von einem Job-Ticket etwa profitieren nur Mitarbeiter:innen, die auch tatsächlich den Weg ins Büro antreten; das gleiche gilt für kostenloses Wasser, Obst oder ein Sportangebot im/beim Büro. 

Lösung: Natürlich: office-zentrische Benefits können auch als Anreiz genutzt werden, um Angestellte zurück ins Büro zu bringen. Diese Anreize müssen allerdings stark genug sein, um auch wirklich als attraktive Alternative für das Homeoffice angenommen zu werden. Dennoch sollten sich die Mitarbeiter:innen im Homeoffice dadurch nicht ausgeschlossen fühlen. Eine Investition in Mitarbeiter:innenvorteile, die auch zuhause genutzt werden können, kann zum großen Motivator der Remote-Arbeitskräfte werden. Ein gutes Beispiel hierfür wäre eine Mitarbeiter:innenverpflegung, die per Post ins Homeoffice geliefert werden kann.

Worauf müssen sich Unternehmen jetzt einstellen?

Bei aller Unsicherheit vor diesem Herausforderungen können Unternehmen von diesen New Ways of Working direkt profitieren. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance sorgt für motiviertere Mitarbeiter:innen – zudem kann ein gemischtes Modell zwischen Büro und Homeoffice die Produktivität sogar noch steigern. Wer als Unternehmen diese Trends früh erkennt und wahrnimmt, positioniert sich außerdem als Vorreiter und innovativer Arbeitgeber. Die Future of Work ist also nicht nur eine Herausforderung, sondern birgt auch echte Chancen. 

Einen klaren Vorteil hat Microsoft-CEO Satya Nadella im Interview mit CNN schon festgestellt: Durch das gemeinsame Erlebnis der Corona-Pandemie ist der schnelle Weg in die Future of Work eine Erfahrung, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer:innen miteinander verbindet. Dadurch wurden alle Beteiligten auch auf die Umstände, Ängste, Sorgen und Probleme der anderen sensibilisiert – und das Unternehmen als ganzes wächst stärker zusammen.

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